Wurlitzer Heimorgel

Die Evolution der Heimorgeln nachzuzeichnen, das wäre mal eine ernstzunehmende und sicherlich auch lohnende Aufgabe für jemanden, der sich damit auskennt und Interesse daran hat. Diese Orgel, gebaut von der Deutschen Wurlitzer in Hüllhorst, letztes Eck Ostwestfalens, schätzungsweise Mitte bis Ende der 60er, stünde jedenfalls ziemlich weit am Anfang dieser Evolutionskette.

Eine Heimorgel, die wirklich gerade erst ihren Weg aus der Kirche ins Pfarrgemeindehaus gefunden hat, so sieht sie aus. Wo andere Hammond-Nachbauten mit groovy Patterns an der Rhythmusmaschine glänzen konnten, traut sich die Wurlitzer gerade mal "Waltz", "Foxtrot", "Latin", "March" und den sehr originell betitelten "Teen", eine Art Surfbeat, zu, die jeweils im komplett elektronischen Gewand angeschunkelt kommen - Pff, Sch, Pff-pff-sch.

Soundeinstellungen reichen von Schalmei bis hin zu "Vox Humana", auch das ein Indiz für die möglichst wahrheitsgetreue und redliche Nachbildung einer Kirchenorgel.

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Die Basspedale hauen, stellt man sie auf "stark" auch richtig rein, so kann man auch im heimischen Wohnzimmer den Hostiengang simulieren.

Wenn man sie jedenfalls richtig bedient, kann diese Orgel durchaus funky klingen, zumal das frei einstellbare Blinkmetronom an der Rhythmusmaschine einem immer den rechten Weg in Sachen Tightness zeigt. Die Effekte beschränken sich auf den klassischen Hall - ein Federhall im übrigen, der zum klassischen Federdonner mutiert, wenn die Orgel während des Betriebs starken Seegang zu erleiden hat - und Vibrato.

Eine schnörkellose, robuste Heimorgel mit dem klangvollen Namen Wurlitzer (der in diesem Fall allerdings wirklich keine Auskunft über den Inhalt gibt) für den Spartaner unter den Orglern. 5-Pol-Ausgang inklusive!